Radiologie und Nuklearmedizin Ludwigshafen

Yorckstr. 1,
Lusanum 3.OG
67061 Ludwigshafen

Schilddrüsen­szintigraphie

Die Hauptaufgabe der Schilddrüse ist es, lebensnotwendige Schilddrüsenhormone zu bilden. Dazu nimmt die Schilddrüse Jod aus dem Blutkreislauf auf und baut es in das Schilddrüsenhormon ein. Mit der Schilddrüsenszintigraphie kann die Funktion der Schilddrüse überprüft werden. Hierfür wird dem Patienten das schwach strahlende Radiopharmakon Natrium-99mTechnetium-Pertechnetat (Na99mTcO4) verabreicht. Dieses Radiopharmakon wird von der Schilddrüse genau wie Jod aufgenommen und reichert sich proportional zur Schilddrüsenaktivität in der Schilddrüse an. Durch eine Gammakamera wir die Menge des durch die Schilddrüse aufgenommenen Radiopharmakons festgestellt und festgehalten. Die Strahlenexposition für den Patienten ist sehr gering und entspricht in etwa einer normalen Röntgenaufnahme.
 

Eine Schilddrüsenszintigraphie wird zum Nachweis von kalten (= verminderte Aktivität) oder heißen (= vermehrte Aktivität) Schilddrüsenknoten und von nicht typisch liegendem Schilddrüsengewebe durchgeführt. Außerdem kann die Gesamtstoffwechselaktivität des Schilddrüsengewebes (quantitative Auswertung) beurteilt werden, insbesondere kann  eine Schilddrüsenüberfunktion (funktionelle Autonomie) bzw. Schilddrüsenunterfunktion (z. B. bei Jodmangel) festgestellt werden.

  • Anamnese
  • Sonographie
  • Schilddrüsenszintigraphie
  • Bestimmung der Blutwerte
  • ggf. Feinnadelpunktion (zum Ausschluss von bösartigen Tumoren)

Die gesamte Schilddrüsen-Diagnostik führen wir normalerweise an einem Termin und innerhalb einer Stunde durch. Außerdem übergeben wir dem überweisenden Arzt  einen kompletten abschließenden Bericht.

Schilddrüsenwirksame Medikamente sollten nach Rücksprache in der Regel am Tag der Untersuchung nicht eingenommen werden. Auch sollten nach Rücksprache jodhaltige Medikamente oder Jodtabletten mindestens vier Wochen vor der Untersuchung abgesetzt werden.

Wurden bei Ihnen in einem kürzeren Zeitabstand als etwa 4 bis 6 Wochen vor der Untersuchung Röntgen- oder Computertomographieaufnahmen mit intravenösem Kontrastmittel angefertigt, kann das in dem Kontrastmittel enthaltene Jod die Schilddrüse blockieren. In diesem Fall kann es sein, dass sich die Schilddrüse im Szintigramm nicht darstellen lässt. In diesem Fall sollten Sie Ihren überweisenden Arzt darauf hinweisen oder mit uns Rücksprache halten, der Termin zur Untersuchung der Schilddrüse wird daraufhin mit uns abgestimmt.

Die Verteilung des in eine Vene eingespritzten Radiopharmakons wird innerhalb der Schilddrüse über dessen Gammastrahlung mit einer speziellen Schilddrüsen-Gammakamera erfasst. Hieraus werden hochauflösende zweidimensionale Bilder (Schilddrüsen-Szintigramm) des funktionstüchtigen Schilddrüsengewebes erzeugt.

Der durchschnittliche Gesamtaufwand der Untersuchung beträgt bis zu einer Stunde. Oftmals wird die Schilddrüsenszintigraphie noch mit einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) der Schilddrüse kombiniert und Blut für die Laboranalyse abgenommen.

Spezielle Zusatzuntersuchung: Suppressions-Schilddrüsenszintigraphie

Wenn der Verdacht auf heiße Schilddrüsenknoten (Autonomie) vorliegt, wird zusätzlich eine Suppressions-Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt. Es handelt sich hierbei um eine „normale“ Schilddrüsenszintigraphie, die jedoch erst nach einer ein- bis dreiwöchigen medikamentösen Vorbereitung mit einem Schilddrüsenhormon erfolgt.

Die Kosten für die Schildrüsenszintigraphie werden in der Regel von der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung übernommen.

Bild: Aufnahme einer Schilddrüsenszintigraphie