Samariumtherapie

Die Samariumtherapie ist eine Schmerztherapie und wirkt über die Verkleinerung der Metastasen wie eine Strahlentherapie. Sie ist jedoch keine Schmerztherapie im herkömmlichen Sinne, da sie nicht betäubend wirkt.

Wenn über die Knochenszintigraphie Knochenmetastasen nachgewiesen sind, kann eine Samariumtherapie durchgeführt werden.

Da das Samarium die Skelettmetastasen quasi selber sucht, können fein verteilte Knochenmetastasen damit behandelt werden.

Samarium-153 ist ein Radionuklid, das u.a. zur Schmerzlinderung bei Knochenmetastasen (Tochtergeschwülsten des eigentlichen Tumors im Skelett) eingesetzt wird.

Viele Patienten erhalten gegen diese Schmerzen stark wirksame Medikamente (z.B. Opiate), die häufig mit zahlreichen Nebenwirkungen einhergehen. Als wirksame und sehr gut verträgliche alternative Behandlungsmöglichkeit ist seit Jahren auch die Radionuklidtherapie mit Samarium-153 bewährt.

Die Skelettmetastasen nehmen das Samarium in ähnlicher Weise auf wie bei der Knochenszintigraphie. Daher ist die Skelettszintigraphie Voraussetzung für die Samariumtherapie.

Durch seine Beta-Energie wird der therapeutische Effekt erzielt. Die Strahlung hat im Gewebe nur eine Reichweite von wenigen Millimetern. Nach der Anlagerung im betroffenen Knochengewebe wirkt sie nur im Bereich der Krebszellen, während das umliegende, gesunde Gewebe weitgehend geschont wird.

Die Wirkung der Radionuklidtherapie setzt normalerweise drei bis sieben Tage nach der Injektion ein. Es ist daher sehr wichtig, dass anfänglich die bis dahin übliche (Schmerz-) Medikation aufrecht erhalten wird. Diese kann jedoch in der Regel im weiteren Verlauf deutlich reduziert werden.

Die Wirkung der Radionuklidtherapie mit Samarium-153 hält bis zu vier Monaten an, in Einzelfällen auch länger.

Vor der Samariumtherapie
Bild: Vor der Samariumtherapie

Nach der Samariumtherapie
Bild: Nach der Samariumtherapie
   

Durchführung der Therapie

Samarium-153 wird als radioaktive Injektionslösung in eine Vene verabreicht. Es gelangt nach der Injektion in das befallene Knochengewebe und wird dort aufgenommen.

Ein hoher Prozentsatz des Samariums lagert sich in den Metastasen an, der Rest wird über die Nieren ausgeschieden.

24 Stunden nach der Injektion wird ein Ganzkörperszintigramm (Bild) erstellt. Die Kosten für Untersuchung und Therapie übernimmt in der Regel die gesetzliche oder private Krankenversicherung.

Vorbereitung auf die Therapie

Vor der Behandlung muß eine Skelettszintigraphie durchgeführt werden. Mit dieser Untersuchung wird sichergestellt, dass die befallenen Knochen die Wirksubstanz auch wirklich anreichern.

Zusätzlich wird ein Blutbild erstellt, um sicher zu gehen, dass ausreichend Blutplättchen und weiße Blutkörperchen vorhanden sind. Wichtig ist auch eine ausreichend gute Nierenfunktion, da die nicht angelagerte Radionuklidreste innerhalb weniger Stunden mit dem Harn ausgeschieden werden.

Schwangere und stillende Frauen dürfen nicht behandelt werden.

Was ist zu beachten?

Sie brauchen für die Verabreichung von Samarium-153 nicht nüchtern zu sein. Sie brauchen auch nach der Therapie Ihre normale Kost nicht zu ändern. Samarium-153 beeinträchtigt nicht Ihre Fähigkeiten, am Straßenverkehr teilzunehmen oder Maschinen zu bedienen. Die Injektion wird Sie auch in Ihren übrigen Aktivitäten nicht einschränken. Sobald die schmerzlindernde Wirkung einsetzt, werden Sie sogar feststellen, dass Sie wieder Dinge unternehmen können, die vorher zu schmerzhaft oder zu mühsam waren. Eine Heilung von der Krebserkrankung ist allerdings nicht zu erwarten, jedoch ist durchaus mit einer Verbesserung der Lebensqualität zu rechnen.

 

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